FAQ – häufige Fragen

| Sind rǝstemoebel wirklich komplett aus Resten gebaut?

Ja. Und ein bisschen nein.
Ein gutes Beispiel ist unser Zaf: das Plattenmaterial das wir für die Herstellung der Tische verwenden stammt tatsächlich zu 100% aus Verpackungsplatten und Restplatten der Möbelproduktion, ist also Abfall. Für die Oberfläche aus HPL-Schichtstoff verwenden wir ebenfalls zu 100% Abfälle aus der Möbelproduktion. Die Tischbeine fertigen wir entweder aus Massivholz-Reststücken und Einzelbrettern oder aus Sperrholzresten.
Die Metallteile für die Befestigung der Beine sind aber keine Reste, sondern neu.
Diese Aufteilung gilt im Prinzip für all unsere rǝstemoebel

| Wird das Material sonst wirklich alles weggeschmissen?

Ja. Oder verbrannt.
Ist zwar völlig wahnsinnig, aber leider „wirtschaftlich“ solange Umwelt- und soziale Kosten nicht in die Produktkosten eingepreist werden.

| Was ist eigentlich HPL-Schichtstoff?

Kurz gesagt: ein sehr widerstandsfähiges, mit Papier verstärktes Kunststoffmaterial.
Etwas ausführlicher: HPL(High Pressure Laminate)-Schichtstoff ist ein im Hochdruckpress-Verfahren hergestelltes Laminat in Plattenform aus mehreren Lagen Papier und Kunstharz. Es ist üblicherweise knapp einen Millimeter dick und wird als harte und unempfindliche Oberfläche für Möbel, Küchenarbeitsplatten, Laminatbodenbeläge, Toilettentrennwände, Fassadenverkleidungen und vieles mehr verwendet.
Wer noch tiefer ins Thema einsteigen möchte kann hier starten: https://de.wikipedia.org/wiki/Schichtstoff

| Warum lohnt es sich, HPL-Schichtstoff-Reste im Kreislauf zu halten?

HPL-Schichtstoff ist ein sowohl physikalisch als auch chemisch sehr widerstandsfähiger Werkstoff, der mit relativ hohem Energie- und Ressourcenaufwand produziert wird. Es handelt sich also eigentlich um ein recht wertvolles Material wenn man seine Materialeigenschaften betrachtet und die Menge an Energie und Ressourcen, die als „Graue Energie“ in ihm stecken. Da er ausserdem praktisch nicht biologisch abbaubar ist gibt es für Materialreste nur sehr wenige Verwendungsmöglichkeiten, der grösste Teil davon landet üblicherweise auf der Mülldeponie oder wird verbrannt.

| Was bitte ist Graue Energie?

Die gesamte Energie die zur Herstellung eines Produkts oder einer Dienstleistung verwendet wird und damit im Produkt „drinsteckt“, einschliesslich aller Vorprodukte und Produktionsprozesse. https://de.wikipedia.org/wiki/Graue_Energie

| Was ist mit Rissen, Ästen und Kratzern?

Ja, die gibt es, denn sie gehören zum Charakter der rǝstemoebel.
Wir sind generell der Meinung dass man Dingen aus Holz durchaus ansehen darf dass sie aus einem natürlichen Material bestehen. Für die Massivholzteile unserer rǝstemoebel bedeutet das: hier findet sich auch mal ein Riss oder ein grösserer Ast. Der verwendete HPL-Schichtstoff kann ebenfalls teilweise feine Kratzer oder Lagerspuren haben.

| Wie definieren wir Reste?

Rest, Produktionsabfall, Lagerbereinigung, B-Ware, Überproduktion, Einzelstück, Kollektionswechsel – es gibt viele Gründe aus denen ein Produkt zu „Müll“ wird, es also einen Punkt erreicht an dem es „wirtschaftlicher“ ist das Produkt zu entsorgen als es zu nutzen.
Der Grund dafür ist oft nur ein Mangel an Fantasie oder dass das Produkt zur falschen Zeit am falschen Ort ist –
so entsteht Abfall der eigentlich gar kein Abfall ist:
Bei Holzhändlern sammeln sich beispielsweise oft Einzelbretter an die dort regulär nicht verkauft werden können – zu kurz, zu krumm, zu rissig, zu grosse Äste.
Plattenwerkstoffe werden im Handel aussortiert nur um Platz für neue Dekore in den Farben der nächsten Saison zu schaffen.
In Schreinereibetrieben fallen bei jedem Auftrag Reste an: wo sie nicht direkt verheizt werden lagert man sie erstmal ein in der Hoffnung sie noch für irgendetwas verwenden zu können, doch der grösste Teil wird schlussendlich doch entsorgt.

Aus all diesen Quellen beziehen wir unser Material und verwandeln so Reste wieder in Rohstoffe.

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